Dieser Artikel soll insbesondere für Einsteiger eine kleine Orientierungshilfe bieten, was beim Kauf eines neuen Players zu beachten ist bzw. wie sich die riesige Auswahl eingrenzen lässt. Vielleicht soll es aus Imagegründen sowieso ein iPod sein, dann ist die Kaufentscheidung natürlich leicht
Speicher
Hier gilt es zunächst für dich selber den Bedarf grob abzuschätzen. Dieser hängt von der Anzahl der Lieder und der Qualität ab. Je mehr Lieder bzw je höher die Qualität, umso mehr Speicher ist erforderlich. Ein Lied in einem verlustfreien Format hat schnell 25MB, ein sehr gutes MP3 File 10MB und mittlere MP3 Qualität um die 4 MB – natürlich immer abhängig von der Länge des Liedes.
Inzwischen sind die Flashplayer deutlich in der Überzahl. Wenn man vom iPod Classic absieht, findet man von den großen Herstellern kaum noch Player mit Festplatte. Erst bei den großen Multimedia Playern kommen Festplatten wieder zum Einsatz.
Wer also möglichst viel Speicher für unterwegs haben will, muss sich einen der wenigen HD-Player ansehen oder aber Flash-Player mit 32GB, die dann ggf noch durch zusätzliche Karten erweitert werden können. Im Bereich 4-16 GB ist die Auswahl dagegen sehr groß.
Betriebsmodi
Hier sind üblicherweise zwei verschiedene Modi im Einsatz, die bei vielen Player beide vorhanden sind und entsprechend ausgewählt werden können.
Dies ist der MSC/UMS Modus und der MTP Modus. UMS entspricht dabei dem Standard für USB Massenspeicher, der Player wird damit also als USB Laufwerk erkannt. MTP ist ein von Windows verwendeter Media Transfer Protokoll, dass teilweise auch schon auf anderen Systemen unterstützt wird.
Das Musikformat
Üblicherweise ist das immer noch MP3, das auch von allen Playern unterstützt werden sollte. Wer jedoch auf bestimmte Formate wie OGG oder verlustfreie Formate wie Flac setzen will, für den fallen einige Player weg.
Die Musikverwaltung
Hier haben sich inzwischen die ID3 Tags durchgesetzt, also die Verwaltung der Songs nach den Metainformationen, die im Songs gespeichert sind. Dies setzt natürlich voraus, dass die Musik auch mit diesen Daten versorgt ist und auch zukünftig wird. Das geht heute mit der Software zum Rippen der CDs sehr leicht oder kann auch bei bereits vorhandenen Songs leicht ergänzt werden. Es gibt verschiedene Datenquellen im Internet, aus denen die Albuminformationen übernommen werden können. Erwähnt seien hier EAC und MP3Tag.
Trotzdem kann der Wunsch sein, seine Musik selber auf Basis von einer bestimmten Ordnerstruktur auf dem Player zu haben oder man hat einfach nicht die Lust seine Sammlung nachträglich mit den Tags zu versehen.
In Sachen Ordnerstruktur scheiden schon mal alle Player mit dem Namen iPod aus. Diese können definitiv Musik nur anhand von Tags verwalten. Viele andere Player beherschen jedoch neben der Navigation nach ID Tags auch die Ordnernavigation. Hier sollte man aber genau schauen, was einem dadurch evtl. an Features verloren geht. Viele Player können bei der Ordnernavigation keine Playlisten mehr verwalten bzw. von der Musikverwaltungssoftware auf dem Computer übernehmen. Ohne Tags sind viele Player zudem nicht in der Lage eine vernünftige Anzeige im Sinne von informativ auf den Bildschirm zu bringen.
Bedienung
Hier gibt es diverse Konzepte, wobei Apple oftmals die Richtung vorgibt. Das von Apple erfunde Clickwheel findet sich bei diversen Playern in abgewandelter Form wieder. Auch der Trend zum Touchscreen durch den iPod Touch wird vielfach kopiert. iriver geht mit seinem D-Click System einen eigenen Weg. Den früher oft vorhandenen Joystick findet man hingegen kaum noch.
Hier sollte man die Möglichkeit nutzen in einem großen Elektromarkt die Bedienung der verschiedenen Player zu testen.
Videos & Fotos
Viele Player können heute problemlos Videos und Fotos widergeben. Wie sinnvoll dies möglich ist, hängt maßgeblich vom Display ab. Auf einem Minidisplay machen Videos und Fotos natürlich nur bedingt Spaß. Große Displays bedeuten natürlich auch große Player. Hier muss man seine Präferenzen setzen.
Lautstärke
Einige Hersteller halten sie bereits heute an Begrenzungen, die in einigen EU- Ländern bereits Vorschrift sind. Das kann bedeuten, dass diese Player dann subjektiv als zu leise empfunden werden. Bei Playern, die eine freie Wahl der Firmwareversion bieten, lässt sich oftmals eine vorhandene Begrenzung durch die Firmware beheben. Bei anderen Modellen, wie den aktuellen iPods, ist dies leider nicht möglich.
Klang
Der Klang ist natürlich eine absolut subjektive Einschätzung. Zudem wird er nicht alleine von den Player gesteuert – siehe dazu auch den nachfolgenden Hinweis zum Kopfhörer.
Der klangliche Unterschied der Player der oberen Preisklasse von Cowon, Sony, iriver, Apple und anderen Herstellern ist in der Grundeinstellung ohne EQ nicht sehr groß bzw ist Geschmacksfrage hinsichtlich der Abstimmung.
Ich selber höre inzwischen zwar ausschließlich ohne EQ, aber der Großteil wird diesen sicher einsetzen. Wer einen guten Klang also vorwiegend nur mit einem EQ erzielt, muss natürlich beim Player auf diesen achten.
Kopfhörer
Jeden Player liegt zwar grundsätzlich ein Paar bei, aber es lohnt sich auf jeden Fall diese mal kritisch zu betrachten. Nur wenige Hersteller wie Sony legen ihren Playern auch einigermaßen gute In Ears bei. Oftmals bekommt man schon für 20 Euro bessere In Ears – nach oben ist die Skala bis 1000 Euro offen.
Wer also bereit ist viel Geld für einen Player auszugeben, um einen möglichst guten Klang zu erzielen, sollte auch Budget für gute Kopfhörer einplanen, dass problemlos dem Preis des Players entspricht.
Ich werde diesen Artikel in den nächsten Tagen noch um einige Beispiele für Player aus den unterschiedlichen Kategorien ergänzen.
Habe ich noch Punkte vergessen? Lasst es mich wissen!